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alles wird teurer?

3. Jun. 2016

alles wird teurer?

Nachdem ich in den letzten Tagen so viel über teure Mieten und explizit teures Wohnen gelesen habe, wird es Zeit, diese Aussagen zu relativieren.

Es wird immer darüber gejammert, wie wenig leistbar das Wohnen doch ist. Andererseits weiß ich als Vermieter, dass die Renditen im Wohnungssektor bei 2-4% sind und den Aufwand eigentlich nicht rechtfertigen.
Da kann da ja irgendwas nicht stimmen!

Einerseits sind die Grundpreise und Baukosten massiv gestiegen, kann ich nur unterstreichen. Vergessen wird dabei aber, dass in der Zeit von 1995 bis 2005 fast keine Bewegung bei den Grundstückspreisen gegeben war, ab 2005 hat der Markt aufgeholt und ist jetzt übers Ziel geschossen. Was aber immer gestiegen ist, ohne eine Pause, sind die Löhne und Gehälter. Charts über die letzten Jahrzehnte zeigen, dass der Anstieg des Einkommens im Verhältnis zum Anstieg der Mieten weitaus höher war….

Die Bestätigung finde ich vor allem bei unseren Eigenprojekten, wo es keine massiven Steigerungen im Mietensektor in den letzten 15 Jahren gab. Die Einkommenszuwächse, die ich im Betrieb beobachte, waren sicher um einiges höher.
Dazu dient auch der Vergleich mit unserer Regiepreisliste aus dem Jahr 1980, die durch Aufrüstung der Lohnabgaben, aber auch durch reelle Zuwächse, um sage und schreibe 200% bis 2016 gestiegen ist.

Das ergibt für mich die logische Konsequenz – die Unzufriedenheit ist ein Massenphänomen, das sich halt die Miete als Sündenbock herausgepickt hat.
Studien zeigen auch, dass in Österreich der Anteil der Gesamtausgaben am Wohnen für internationale Verhältnisse sehr gering ist, der Anteil am privaten Konsum von Freizeit- u. GENUSSartikeln andererseits auf sehr hohem Level steht.

Fakt ist, dass dies alles bedeutet – das Geld wird weniger wert. Wer mit Hausverstand durchs Leben geht, braucht nur die Eskapaden der Notenbanken beobachten. Mehr Geld zu drucken heißt Geldentwertung und ist die einzige Möglichkeit, in Verbindung mit Inflation die Wohlfahrtsstaaten und deren kaputte Systeme zu entschulden.
Das heißt aber auch, dass Inflation entsteht. Entweder entlädt sich diese in den Haushaltsgütern und Lebensmitteln, ein andermal in Aktien oder Edelmetall und wie in den letzten Jahren passiert es auch immer wieder im Immobiliensektor.

Der Bericht ist bewusst kritisch gehalten, da mir diese Diskussion viel zu einseitig geführt wird. Wenn ich zum Nachdenken anrege, dann ist das Ziel bereits erreicht.