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Ebster….

11. Sep. 2019

Ebster….

….ELEKTRISIERT

Damit sei nicht gemeint, dass ich wieder einmal den schwarzen mit dem gelbgrünen (nicht politisch!) verwechselt habe und die Wahl zur „Frisur des Tages“ überlegen gewinnen konnte.
Nein, seit Monaten nehme ich mir vor, eine Serie über Fake-News zur Elektromobilität zu schreiben und den vermeintlichen Grund, wieso viele Menschen so vehement, aber faktenlos dagegen sind.

Ich bin ja wie bekannt seit fast 3 Jahren bekennender und begeisterter Teslajünger. Mit allen Höhen und Tiefen wohlgemerkt.
Das ökologische Argument war bei mir nicht der Katalysator für den Kauf, es war die Neugier und der unglaubliche Spaß bei der Probefahrt, der fahrende Computer, die Innovationen, die ja bei der traditionellen Automobilindustrie ja eher gediegen daher kamen. Trotzdem musste ich mich von der ersten Stunde gegen eine Armada von Benzinbrüdern wehren, die die Entscheidung für den spannungsinduzierten Drive als sehr fragwürdig und unökologisch einstufte. Ich war ruhig und gelassen (zitiert aus der letzten Meditationsrunde).

Irgendwann begann ich darüber nachzudenken, ob ich das so stehen lassen soll und wieso eigentlich jeder krampfhaft seine fossile Dreckschleuder verteidigt.
Ja, es ist die Bequemlichkeit, in ganz wenigen Fällen ist elektromobiles Fahren zu planen. Und das ärgert und ängstigt, es gibt ja schon den Begriff der Stromangst – die Angst, mit leerer Batterie in der Pampas zu verbringen. Es ist natürlich auch die Fernsteuerung durch die wirtschaftlich fossilen Mächte im Hintergrund, es sollen ja laut Claudia Semfert, Wirtschaftswissenschaftlerin und Expertin für nachhaltige Energie, 3-stellige Millionenbeträge alleine in Deutschland jährlich für die Propaganda von steinzeitlich generierten Kraftstoffen aufgewendet werden.
Tesla macht überhaupt keine Werbung, schon aufgefallen?
Daher auch die vorwiegend negative Berichterstattung. Oder wird über jeden Crash eines VW auf der deutschen Autobahn berichtet, mit Namen des Autoherstellers und der Type?

Aber zurück, der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier. Exoten, die etwas Neues probieren, sind sowieso suspekt. Und bevor man zugibt, dass man eher beim Altbewährten bleibt (was ja legitim ist…), findet man genug „Argumente“ anderer Art. Ist ja bei anderen Themen wie zu wenig Bewegung, falscher Ernährung oder Alkohol und Nikotin auch vergleichbar.
Aber – die Umstellung wird dauern, sie wird aber passieren.
Interessant ist ja auch diese überall nachgeplapperte Alternativlösung mit Brennstoffzelle. Kann sein, wäre wünschenswert (aktuell Platz 9 von 15, siehe unten), ist aber in der Effizienz für den KFZ-Bereich noch jenseits jeglicher Machbarkeit.

Der Initialzünder, heute mit dieser Serie zu beginnen? Kaum zu glauben, aber ein Bericht in der ÖAMTC-Zeitung „auto touring“ hat mich getrieben.
Die Doppelseite hänge ich natürlich an den Bericht an, sonst glaubt´s mir eh wieder keiner.

Ergebnis der Life-Cycle-Costs für Benzin, Diesel, Elektro, Erdgas, Wasserstoff und synthetischem Diesel:
Bei Benzin, Diesel und Elektro wurde in kleine und große Autos unterschieden.
Weiters wurde bei der Stromvariante sogar in Ö-Strommix, EU-Strommix und polnischem Strommix unterschieden, sehr objektiv.
Basis war eine sehr lange Betriebsdauer von 15 Jahren oder 195.000km, beim E-Auto wurde dies mit einem Batteriewechsel bei 150.000km gelöst – dies ist nach meinem Ermessen sehr zu Ungunsten der Elektromobilität. Geltungsbereich Europa, da mit ganz aktuell gesehen, balinesischen Dieselpreisen von c15 je Liter nicht vergleichbar.

Naturgemäß ist die Voltvariante bei der Herstellung ökologisch intensiver.
Am Ende der Nutzungsdauer ergibt sich folgende Reihung – nach to CO2-Äquivalent :

1. synthetischer Diesel zu 100% mit Windstrom produziert – nicht praxisgerecht – 9,3
2. Wasserstoff zu 100% mit Elektrolyse/Windstrom produziert – nicht praxisgerecht – 10,9
3. Strom Kleinwagen Ö-Strommix – 13,3
4. Biogas – 17,6
5. Strom Kleinwagen EU-Strommix – 18,0
6. Strom Kleinwagen Polen-Strommix – 26,6
7. Strom Großwagen Ö-Strommix – 27,4
8. Erdgas – 32,1
9. Wasserstoff aus Erdgas – 35,7
10. Strom Großwagen EU-Strommix – 36,1
11. DIESEL (aha!) Kleinwagen – 36,8
12. BENZIN Kleinwagen – 38,5
13. Strom Großwagen – Polen-Strommix – 52,1 > jetzt wird auch E-Mobilität dreckig
14. synthetischer Diesel aus EU-Strommix – 58,5
15. Diesel Großwagen – 60,3
16. Benzin Großwagen – 62,8

Blog Ende, bitte selbst nachdenken. Danke.