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Nicht für die Schule lernen wir….

9. Aug. 2019

Nicht für die Schule lernen wir….

Gedanken über die Ausbildung, nicht nur bei Ebster Bau

Wer sich Elternteil nennen darf und dann gerade bei seinen Zöglingen in der überaus spannenden Zeit der höheren Ausbildung steckt, setzt sich unweigerlich mit der Tatsache auseinander, dass irgendwas im Ausbildungssystem falsch läuft.
Man stelle sich vor, es wird heute noch laut Lehrplan kilometerweise Stoff auswendig gelernt. Und das, wo vielfach Studien darauf hinweisen, dass wenige Tage nach „Ausspucken“ des Gelernten de facto 75% wieder weg sind. Ist das sinnvoll?

Als einer, der sich immer leicht getan hat, zu lernen, aber auch lernbegierig war, würde ich heute sicher andere Wege beschreiten.
Universitäten? Für Praktiker, nein danke, zumindest im technischen Bereich. Das können Fachhochschulen mit wesentlich höherem Praxisbezug besser. Außer der Berufswunsch ist im universitären Bereich angesiedelt.
Aber auch bei den FH´s gibt es im technischen Bereich Unarten. DI(FH) Ausbildungen im Wochenend-Crashkurs in Ostdeutschland, die nur die Titelsucht befriedigen, aber in der Performance im Alltag keine Steigerungen erwarten lassen – von selbigen Titelempfängern bestätigt!! Gottseidank sind unsere Mitarbeiter in diesem Status aber im wirklichen Arbeitsleben schon vorher spitze gewesen…..

Mittlerweile ist mir das Vergleichen möglich. Ich sehe 2 meiner Kinder in Schulen, die nicht staatlich gelenkt werden und 1 Sohn in einer staatlichen Schule, die gottseidank zu den besseren gehört.
In der staatlichen Schule hört nach der Notenkonferenz praktisch der Unterricht auf, sind ja eh nur 2 Wochen (Chaos). Unverständlich, vor 30 Jahren ist der Stoff des kommenden Jahres bereits begonnen worden. In zumindest einer der außerstaatlich organisierten Schulen wird bis zur letzten Stunde kreativ gearbeitet und nicht die letzte Woche Film in Serie geschaut. Praxisprojekte übers ganze Jahr verteilt, Anleitungen, quer zu denken, etc.. Ich beobachte das mit großem Interesse und bin fast neidisch, dass es bei uns noch keine solchen Möglichkeiten gegeben hat.
Na ja, mein Sohn in der staatlichen Schule hat einen Klassenvorstand, der die jungen Leute mit Reisen, Exkursionen und Projekten ambitioniert über die wichtigen Dinge des Lebens unterrichtet. Ein Einzelfall im System, aber eben selten.

Wie sind da eure Erfahrungen? Starre Lehrpläne, dadurch demotivierte Lehrer, keine Budgets für innovative Lehrformen?
Ist doch eigentlich schon bezeichnend, dass unsere Kids sowohl in Volksschule, Mittelschule und jetzt in den Höheren Lehranstalten (Landwirtschaft, Mode und Hochbau) NICHT EINE Programmiersprache und schon gar nicht das Programmieren gelernt haben. Eine App zu programmieren sollte eigentlich heute jedem Maturanten möglich sein, glaube ich.

Wieso ich das Thema gewählt habe?
Unter anderem, da ich in wenigen Tagen meinen landwirtschaftlich interessierten Burschen nach Australien begleite, wo er ab Mitte August für 2 Monate auf einer riesigen Farm praktizieren wird.
Denn das ist der ultimative Zugewinn – „LEARNING BY DOING“. Theorie +, Anwendung +++++

Ein Beispiel mit Vorbildwirkung ist unsere Lehrlingausbildung im trialen Bereich – Baustelle, Berufsschule und Lehrbauhof – das sind schon gut ausgebildete Handwerker, die da rauskommen. Wer diese Ausbildung bei uns abschließt, hat schon eine gute Grundlage. Das das Handwerk immer mehr den goldenen Boden freilegt, das dürfte sich schon herumgesprochen haben.

Themen gäbe es da, man könnte stundenlang diskutieren. Aber vorerst genug.

Somit verabschiede ich mich für wenige Wochen in die schon nötige Sommerpause.
Und nicht vergessen – jeden Tag ein bisserl gscheiter werden 🙂